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Prima Klima

Die Verbandsgemeinde Hachenburg gehört beim Einsatz regenerativer Energien zu den Spitzenreitern in Rheinland-Pfalz

Der Einsatz erneuerbarer Energien, der seit Fukushima und dem Ausstieg aus der Atomenergie mancherorts gezwungenermaßen und folglich mitunter auch nur halbherzig praktiziert wird, wird in Hachenburg schon viele Jahre konsequent und erfolgreich verfolgt.

Bereits 1994 errichtete der Eigenbetrieb nahe Gehlert eine Windenergieanlage mit einer Leistung von 250 kW. Die erzielte Energie wird primär genutzt, um stündlich bis zu 80.000 Liter Trinkwasser aus einer Tiefe von 100 m zu fördern. Die darüber hinaus gewonnene Energie wird in das Stromnetz eingespeist. Selbst diese - bei heutiger Betrachtung - kleine Windmühle erzeugt jährlich sauberen Strom für 65 Haushalte und könnte demnach bilanziell eine Gemeinde wie Heuzert komplett erneuerbar versorgen.

Nur wenig später, im Jahr 1998, wurde an der Kläranlage in Hachenburg die erste Kraft-Wärme-Kopplungsanlage errichtet. Verglichen mit konventionellen Kohlekraftwerken, die alleine auf die Stromgewinnung ausgerichtet sind und insoweit einen Wirkungsgrad von nur 30-40% aufweisen, wird bei der Kraft-Wärme-Kopplung in einem Blockheizkraftwerk (BHKW) durch die gleichzeitige Erzeugung von Strom und Wärme ein Gesamtwirkungsgrad von rd. 90% erreicht. Energieträger dieser Anlage ist neben Erdgas auch das andernorts oftmals nutzlos abgefackelte Klärgas, das als Abfallprodukt des Klärprozesses anfällt.

Die im Jahr 2009 erneuerte Anlage erzeugt jährlich 200.000 kWh Strom, der zu 2/3 zum Betrieb der Kläranlage eingesetzt wird und daneben 360.000 kWh Wärme, die vollständig der Vorwärmung des Faulturmes und der Beheizung der Betriebsgebäude dienen. Hier wird demnach hocheffizient und dezentral Energie erzeugt und auch verbraucht.

Weitere BHKW haben inzwischen auch im Rathaus und als Anlagenkomponente des Hachenburger Nahwärmeprojektes ihren Platz gefunden. Während der 2009 angeschaffte kleine „Dachs“ im Rathaus in knapp 7.000 jährlichen Vollbenutzungsstunden rd. 38.000 kWh ausschließlich selbstgenutzten Strom und 92.000 kWh Wärme erzeugt, ist das größte bisher in eigener Regie betriebene BHKW, das im DRK-Krankenhaus steht,  in der Lage, den jährlichen Strombedarf von 225 Haushalten und den Wärmebedarf von 75 Haushalten zu decken. Auch in diesem Falle fiel die Entscheidung zugunsten einer 100-prozentigen Eigennutzung der gewonnenen Energie aus. An dieser Stelle wird deutlich, dass dezentral erzeugter und verwerteter Strom den befürchteten teuren Stromnetzausbau ein Stück weit obsolet werden lässt.

Neben dem BHKW liefert die benötige Wärme des Hachenburger Nahwärmeprojektes, die bei 6.600 MWh jährlich liegt, vor allem eine Biomassefeuerungsanlage mit einer Nennleistung von 1.100 kW, in dem Holzhackschnitzel bei Temperaturen von rd. 1.000 °C verfeuert werden. Der regionale Bezug wird bei der Lieferung des Brennstoffs, den - wie auch die Ascheentsorgung - ein ortsansässiger landwirtschaftlicher Betrieb sicherstellt, unterstrichen.

Die hochtechnisierte und nach den strengen Kriterien des Bundesimmissionsschutzrechts ausgewählte und betriebene Anlage ist zur Wärmeversorgung des DRK-Krankenhauses, des Personalwohnheims, des Löwenbades Hachenburg, des städtischen Mehrfamilienhauses in der Lohmühle, des Hachenburger Kinderhauses und des Wärmeverbundes an der Realschule Plus Hachenburg konzipiert und beinhaltet freie Leistungskapazitäten von rd. 1.000 kW.

Nicht zuletzt das große Interesse der Anwohnerschaft an einem Anschluss ihres Anwesens an die bequeme Wärmeversorgung hat uns dazu veranlasst, die Machbarkeit eines in Kürze zu realisierenden Netzausbaus zu untersuchen.

Die bereits mit der derzeitigen Anschlusssituation einhergehende CO2-Einsparung von 1.280 Tonnen oder 65% jährlich wird sich mit dem Anschluss weiterer Objekte noch verbessern.

Natürlich zeigt die Verbandsgemeinde Hachenburg auch beim Thema Sonnenstrom Präsenz. Die auf den Dächern der Grundschulen in Kroppach und Müschenbach, der Realschule-Plus Hachenburg und dem Feuerwehrhaus in Hachenburg errichteten Anlagen sind erst als Anfang zu verstehen, den es weiter auszubauen gilt. Der Werkausschuss hat in seiner letzten Sitzung die Verwaltung ermuntert, die Machbarkeit der Errichtung solcher Anlagen auf den eigenen Objekten zu untersuchen.

Die neben der Forderung nach dem Ausbau der Erneuerbaren Energien oftmals nicht ausreichend gewürdigte, aber dennoch ebenso wichtige Energieeinsparung, die vor allem bei energetischen Sanierungen zu erwarten ist, verfolgt Hachenburg ebenso konsequent.

So werden die in den vergangenen Jahren, auch mit Unterstützung aus dem Konjunkturprogramm 2, im Umfang von rd. 1,3 Mio. EUR an Grundschulen und Sporthallen durchgeführten energetischen Sanierungen sich schnell durch Einsparungen bei den Heizkosten bezahlt machen. Der Austausch von Fenstern und Türen, der Einbau von Wärmedämmverbundsystemen, die Dämmung von Decken und Dächern und die Optimierung von Heizungsanlagen nebst deren Steuerung lässt ein Einsparvolumen von rd. 300.000 kWh jedes Jahr erwarten.

Auch das Hachenburger Löwenbad trägt mit einer dort bereits seit 18 Jahren installierten thermischen Kollektoranlage zur Vorwärmung des Beckenwassers im Umfang von rd. 50.000 kWh jährlich zur Energieeffizienz bei. Im Zuge der Generalsanierung wurden im Löwenbad frequenzgesteuerte Pumpen und Ventilatoren, Lüftungsanlagen mit Mehrfachluftnutzung, Wärmerückgewinnung und einer Luft-Wasser-Wärmepumpe verbaut, die neben dem Einbau neuer Fenster und Türen und einer nicht nur aus optischen Gründen modernisierten Fassade nebst Dämmung zu einer Reduzierung der Stromkosten beitragen werden. Das in den vergangenen Jahren in Hachenburg schon viel geschehen ist, wird auch deutlich, wenn man sich den Anteil der Erneuerbaren Energien am Gesamtstromverbrauch anschaut. Demnach kommen hier schon heute rd. 60% aus regenerativen Quellen.

Das Land Rheinland-Pfalz verfolgt das Ziel, bis zum Jahr 2030 seinen Strom bilanziell vollständig aus Erneuerbaren Energien zu decken. Ein Ziel, das für Hachenburg, vor allem mit Blick auf den avisierten Ausbau der Windenergie, in greifbarer Nähe ist. Die Flächennutzungsplanung bietet Potential für ca. 30 Windenergieanlagen. Würde man diese in einer Größenordnung von jeweils 3.000 kW je Anlage errichten, könnte ein jährlicher Stromertrag von bis zu 200 Mio. kWh erzielt werden. Dies entspricht dem jährlichen Strombedarf von 50.000 Haushalten und würde obendrein mit 138.000 Tonnen im Jahr, was 46 Mio. Litern Heizöl entspricht, maßgeblich zur Reduzierung der CO2-Emissionen beitragen.

Die Umsetzung des Windenergieprojektes mit einem Investitionsvolumens von rd. 150 Mio. EUR wird  in den nächsten Wochen und Monaten unter Beteiligung aller Akteure intensiv vorbereitet und soll zum Ende diesen Jahres entscheidungsreif sein.

Auch insoweit rückt die Verbandsgemeinde Hachenburg nicht von Ihrer Vorreiterrolle ab und beschäftigt sich nicht nur mit reinen Pachtmodellen, bei denen ein möglicher Ertrag ausnahmslos auf die in Aussicht gestellte Pacht fixiert ist. Vielmehr interessiert man sich auch für ambitionierte Konstellationen, die ein unternehmerisches Tätigwerden beinhalten. Ortsgemeinden und Verbandsgemeinde, die sich beispielsweise in einer Anstalt öffentlichen Rechts vereinigen könnten,  haben  als Verpächter von Potentialflächen und Träger der Flächennutzungsplanung somit die Option, an allen Wertschöpfungsstufen zu partizipieren und eine die Pacht übersteigende Rendite zu vereinnahmen.  Eine solidarische Verteilung von Überschüssen für möglichst alle Beteiligten wird, wie auch eine solide finanzielle Beteiligung für interessierte Bürgerinnen und Bürger, hierbei angestrebt.

Welcher hohe Stellenwert bei der Vielzahl der Energieprojekte in Hachenburg selbstverständlich auch der Umwelt zuteil wird, lässt sich bereits daran ablesen, dass seit mehr als 20 Jahren regelmäßige Treffen mit dem Umweltverbänden stattfinden, bei denen diese unbürokratisch und vor allem frühzeitig bei allen relevanten Fragestellungen beteiligt werden. Die Verbandsgemeinde Hachenburg hat in den vergangenen sechs Jahren im Rahmen der „Aktion Blau“ des Landes Rheinland-Pfalz für rd. 275.000 EUR gewässerbauliche Maßnahmen durchgeführt und erfüllt für ihren Bereich bereits heute die Vorgaben der Europäischen Wasserrahmenrichtlinie. Sie beheimatet in der Ortsgemeinde Mündersbach mit rd. 9,5 ha die größte Ökokontofläche und mit dem „Oberen Wiedtal“ das größte Naturschutzgebiet im gesamten Westerwaldkreis und - nicht zu vergessen - mit dem Dreifelder Weiher mit seiner Größe von 120 ha den größten See des Westerwaldes.

Die seit vielen Jahren praktizierte Vorgehensweise in der Verbandsgemeinde Hachenburg zeigt, dass Themen wie „Erneuerbare Energien“ und „Umweltschutz“ zum Wohle von Mensch und Umwelt erfolgreich eingesetzt werden können.

Aus dem Mitteilungsblatt "Inform" vom 10.08.2012

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Verbandsgemeindewerke Hachenburg

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Marco Dörner

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