Pressemitteilungen Nahwärme Hachenburg

Arealnetz Stadthalle – zweite Netzerweiterung Nahwärme Hachenburg mit KfW-Förderung

Heizzentrale gegenüber dem Burbach Stadion
Wärmeleitungen auf dem Areal der Stadthalle
Gebäudeanschluss im Bereich Stadthalle
Anschluss der Leitungen zum Areal Stadthalle an die Leitungstrasse im Bereich der Borngasse

Nach der Gründung des Betriebszweiges „Energieversorgung“ der Verbandsgemeindewerke Hachenburg im Jahre 2010 erfolgte der Aufbau des Nahwärmenetzes bisher in drei Stufen.
Zunächst wurde in den Jahren 2010 und 2011 die Heizzentrale in der Nähe des Burbach-Stadions in Hachenburg errichtet und im ersten Bauabschnitt das DRK-Krankenhaus, das DRK-Personalwohnheim, das Löwenbad, das Kinderhaus Hachenburg, das städtische Mehrfamilienhaus sowie der Komplex der Realschule plus (vormals „Duale Oberschule Hachenburg“) an das Netz angeschlossen. Die Realisierung des Projektes wurde seinerzeit aus Mitteln des Konjunkturpaketes II gefördert.
 
In einem zweiten Bauabschnitt erfolgte im Jahre 2014 sodann der Anschluss der „Graf-Heinrich-Realschule plus“, der dazugehörigen Schulsporthalle sowie des Schlosses Hachenburg, dessen Anschluss an die Nahwärmeversorgung bereits von Anfang an ins Auge gefasst worden war. Für den Anschluss der vorgenannten drei Objekte war es notwendig, weitere Wärmeleitungen mit einer Länge von über 1.200 Metern (Vor- und Rücklauf) zu verlegen.
Da im Zuge des Anschlusses von Schloss Hachenburg bereits eine Nahwärmetrasse nahe der Stadthalle Hachenburg verlegt worden war, konnten nun, im Jahre 2015, mit vergleichsweise geringem Aufwand die Stadthalle Hachenburg, die Grundschule „Am Schloss“ sowie die dazugehörige Schulsporthalle angeschlossen werden. Hierzu wurden noch einmal ca. 100 Meter Wärmeleitungen verlegt.
 
Die benötigte Wärmeenergie im gesamten Netz liegt nun bei rund 9.200 MWh/a und wird zu rund 75 % aus Holzhackschnitzeln, zu rund 20 % aus erdgasbefeuerten Kraft-Wärme-Kopplungsanlagen und zu rund 5 % aus Heizöl erzeugt.


Die Finanzierung der gesamten bisher realisierten Netzerweiterungen wurde mit Hilfe von Förderdarlehen der Kreditanstalt für Wiederaufbau sichergestellt. Für die erste Erweiterung mit dem Anschluss der Graf-Heinrich-Realschule plus, der dazugehörigen Schulsporthalle und Schloss Hachenburg wurden Investitionskosten in Höhe von rund 470.000 EUR veranschlagt und über ein Förderdarlehen der KfW finanziert. Der beantragte und zugesagte Tilgungszuschuss beträgt 60 EUR je neu errichtetem Meter Leitungstrasse und 1.800 EUR je Hausübergabestation.
Für die zweite Erweiterung des Nahwärmenetzes mit dem Anschluss der Stadthalle Hachenburg, der Grundschule „Am Schloss“ und der dazugehörigen Schulsporthalle wurde von Investitionskosten in Höhe von rund 171.000 EUR ausgegangen. Die Finanzierung aus Mitteln der KfW wurde zugesagt und es konnten bereits 150.000 EUR vereinnahmt werden.

Schloss Hachenburg profitiert von einer Energieversorgung aus nachwachsenden Rohstoffen

CO2 und Heizkosten gespart

Im Sommer letzten Jahres wurde die alte Elektroheizung für den Bereich des Unterschlosses einschließlich der Warmwasserbereitung für die Küche demontiert und durch die Umrüstung auf eine Wärmeversorgung aus dem Hachenburger Nahwärmenetz substituiert. Die Deutsche Bundesbank als Eigentümerin des Schlosses, in dem ihre Hochschule untergebracht ist, hatte sich zuvor für die Annahme dieses zukunftsweisenden Angebotes ausgesprochen, so der Direktor der Hochschule, Prof. Erich Keller, in seinen einleitenden Worten. Hierbei hätten neben den wirtschaftlichen Rahmenbedingungen auch die umweltpolitischen Zielsetzungen zur Entscheidungsfindung beigetragen. Der erste Winter nach der Umrüstung der Heizung habe die Richtigkeit der getroffenen Entscheidung eindrucksvoll unter Beweis gestellt. Die ausgefeilte und auf die individuellen Bedürfnisse des Objektes zugeschnittene Planung habe sich auch in der Bauausführung und der nunmehr seit einem Dreivierteljahr bestehenden Wärmeversorgung fortgesetzt. Man sei rundum zufrieden, so Keller.

Nahwärmenetz liefert Wärme für 400 Haushalte  

Das im Jahr 2011 innerhalb der Stadt Hachenburg etablierte Projekt, das maßgeblich von den Kenntnissen der EnergieDienstleistungsGesellschaft Rheinhessen-Nahe mbh, Nieder-Olm, geprägt ist, versorgt inzwischen elf Objekte mit Wärme und zwei Objekte mit Strom. Ein weiterer Netzausbau wird sich in den nächsten Monaten anschließen; dann werden vierzehn Anwesen mit Wärme versorgt. Rechnerisch betrachtet entspricht dies dem Jahreswärmebedarf von 400 Haushalten. Zur Versorgung wurden fast 3.000 m hochisolierte Nahwärmeleitungen verlegt, die je nach Außentemperatur bis zu 90°C warmes Heizungswasser bis zu den Anschlussobjekten transportieren.

Mit der letzten Netzerweiterung in 2014 hat man insbesondere dem schon von Beginn an gehegten Wunsch Rechnung getragen, das Schloss als Wahrzeichen der Stadt Hachenburg in das lokal verwurzelte Projekt zu integrieren.

Energiemanagementsystem bringt wichtige Vorteile

Im Keller des Schlosses befinden sich insgesamt 12 Pufferspeicher mit einem Inhalt von jeweils 10.000 l, die nachts – also zu den eigentlichen Schwachlastzeiten einer Wärmeerzeugung – aufgeheizt werden. Tagsüber wird diese Wärmeversorgung abgestellt und das Schloss versorgt sich quasi von selbst. Sollte die Pufferladung für den täglichen Betrieb der Hochschule einmal nicht ausreichen, sorgt ein technisch ausgereiftes Energiemanagementsystem für eine lückenlose Wärmeversorgung und zwar ohne, dass der Betrieb der Hochschule hiervon beeinträchtigt wird. Passwortgeschützt lassen sich von jedem Internetanschluss und natürlich auch vom Smartphone aus alle Parameter und Aggregate überwachen und im Bedarfsfall auch regulieren. Obendrein sind alle wichtigen Bauteile redundant ausgelegt – ein zusätzliches Stück Versorgungssicherheit.

EnergieDienstleistungsGesellschaft Rheinhessen-Nahe mbH – ein starker Partner   

Seit vielen Jahren arbeiten die Verbandsgemeindewerke Hachenburg, ein wachsender regionaler Energieversorger vorwiegend für öffentliche Liegenschaften, sehr kooperativ mit der EnergieDienstleistungsGesellschaft Rheinhessen-Nahe mbH (EDG) zusammen. Bei der EDG handelt es sich um ein ausschließlich von Landkreisen und Verbandsgemeinden sowie einer Anstalt getragenes Unternehmen, das sich schon im 17. Jahr mit Projekten der rationellen und regenerativen Energieversorgung, vorwiegend auf Basis von Kraft-Wärme-Kopplung beschäftigt. Es erfüllt hierbei – ohne die kommunalen Haushalte zu belasten – mit der bedarfsgerechten Energieversorgung eine wichtige Aufgabe der Daseinsvorsorge.

Christoph Zeis, der Geschäftsführer der EDG und selbst gebürtiger Westerwälder, arbeitet immer wieder gerne in und für Hachenburg. Sein breit gefächertes Knowhow im Sinne einer dezentralen Energieversorgung in öffentlichen Strukturen kommt den Hachenburger Energie-Ideen immer wieder zugute – demnächst bei einem weiteren Leuchtturmprojekt, dem Einbau einer Brennstoffzelle an der Kläranlage Hachenburg.

 

Prof. Erich Keller zeigt den Besuchern (v.r.n.l. Erste Beigeordnete Gabriele Greis, Dipl.-Ing. Christoph Zeis, Bürgermeister Peter Klöckner, Werkleiter Marco Dörner und Matthias Birk) die neue Wärmeversorgung.

Foto: Röder-Moldenhauer
Foto: Röder-Moldenhauer

In den letzten Tagen konnten sich die Beigeordneten von Stadt und Verbandsgemeinde Hachenburg, Karl-Wilhelm-Röttig und Gabriele Greis, bei einem gemeinsamen Ortstermin mit dem Leiter der Verbandsgemeindewerke Hachenburg, Marco Dörner, und den Vertretern der beauftragten Firmen vom Fortschritt der Arbeiten zur Erweiterung des Nahwärmenetzes in der Borngasse überzeugen.

Die erst seit dem 10.02. dort laufenden Arbeiten zur Verlegung der Wärmeleitungen und zur Erneuerung der Wasserleitung konnten durch die optimalen Witterungsbedingungen und die professionelle Arbeit der ausführenden Firmen Robert Schmidt, Müschenbach, und Otto Pähler, Koblenz, außergewöhnlich zügig vorangetrieben werden. Stadt und Verbandsgemeindewerke Hachenburg betonten die Vorteile aus der kooperativen Herangehensweise aller Beteiligten bei dieser verkehrstechnisch nicht einfachen Vollsperrung und dankten ausdrücklich den Anwohnern im Baustellenbereich. Diese waren bereits frühzeitig in die Planungen einbezogen worden und zeigten großes Verständnis.

Es werden sich jetzt zunächst die Verlegearbeiten im Bereich der Friedrichstraße und im Alexanderring zur Anbindung von Schloss Hachenburg an das Nahwärmenetz anschließen, bevor es auch im unteren Bereich der Borngasse zur Erneuerung der Wasserleitung kommt. Die Borngasse bleibt aus diesem Grund planmäßig bis zum 05.04.2014 für den Durchgangsverkehr gesperrt.

Letztendlich steht die Leitungsverlegung ab dem Bootsweiher bis zur Schulstraße und die Herstellung der Nahwärmenetzanschlüsse für die Graf-Heinrich-Realschule Plus und der dazugehörigen Sporthalle auf der Agenda.

Die Tiefbauarbeiten in diesen Bereichen bewegen sich in einer deutlich geringeren Ausprägung und werden den Verkehrsfluss nur sporadisch beeinflussen.

Im Inneren der neuen Anschlussobjekte geht es dann voraussichtlich ab Mai mit den ersten Arbeiten los, so dass die Umstellung auf eine erneuerbare bzw. hocheffiziente Wärmeversorgung im Sommer erfolgen kann.

Das Erfolgsprojekt kommunaler Energieversorgung „Nahwärme Hachenburg“, das von den Verbandsgemeindewerken Hachenburg nunmehr bereits drei Jahre in eigener Regie betrieben wird, stößt mit dieser Netzerweiterung – zumindest was einen wirtschaftlichen Betrieb angeht – an seine Kapazitätsgrenzen. Gleichwohl werden, auch auf Anregung der Stadt Hachenburg oder der Ortsgemeinden, gerne mögliche Projektstudien für kommunale Energieprojekte erarbeitet. So werden in der Stadt Hachenburg derzeit beispielsweise zwei weitere denkbare Projekte untersucht.

Der große Erfahrungsschatz der, wie auch die Verbandsgemeindewerke Hachenburg, ausschließlich in öffentlicher Trägerschaft agierenden EnergieDienstleistungsGesellschaft Rheinhessen-Nahe Öffnet externen Link in neuem Fensteredg-mbh.de aus Nieder-Olm, kommt den energiepolitischen Zielen in Hachenburg hierbei immer wieder zugute.

Die im Kontext der EEG 2.0-Bestrebungen womöglich tangierte Kraft-Wärme-Kopplung als hocheffiziente Schlüsseltechnologie zum Ausgleich der volatilen Einspeiseleistung aus Wind- und Photovoltaikanlagen wird bei den Verbandsgemeindewerken Hachenburg bereits seit 16 Jahren verfolgt und stetig ausgebaut.

Aus insgesamt drei Blockheizkraftwerken, die gemeinsam jedes Jahr mehr als 20.000 Vollbenutzungsstunden ihren Dienst verrichten, werden 1.500 MWh Strom und gleichzeitig 3.000 MWh Wärme erzeugt.

Weitere 80.000 kWh Strom und 160.000 kWh Wärme kommen in den nächsten Wochen hinzu, wenn die beiden im Bau befindlichen Blockheizkraftwerke in der Heizzentrale in der Nähe des Burbachstadions ihren Betrieb aufnehmen. Der selbst erzeugte Strom entspricht dem Jahresstromverbrauch von 400 Vier-Personen-Haushalten.

Verbandsgemeindewerke Hachenburg
Betriebszweig Energieversorgung
Marco Dörner, Werkleiter

Foto: Röder-Moldenhauer
BHKW im Löwenbad Hachenburg
BHKW-Einbau in der Heizzentrale Hachenburg
 

Blockheizkraftwerk im Löwenbad Hachenburg

 

Die Verbandsgemeindewerke Hachenburg nutzen die Sanierungsmaßnahme des Löwenbades und errichten das dritte in eigener Regie betriebene Blockheizkraftwerk (BHKW) im Löwenbad Hachenburg. Neben den Anlagen an der Kläranlage Hachenburg und im DRK-Krankenhaus, leistet auch die diese Anlage einen großen Beitrag zur Energiewende hier vor Ort.

Das in den letzten Tagen fertiggestellte BHKW im Löwenbad soll im Jahr rd. 410.000 kWh Strom, der zu 100 % zum Betrieb des Löwenbades dient, erzeugen. Die hierbei gewonnene Wärme – jährlich rd. 750.000 kWh – fließt in das Nahwärmenetz der Verbandsgemeinde-werke Hachenburg ein und versorgt neben dem Löwenbad das Mehrfamilienhaus der Stadt, sowie die Realschule Plus Hachenburg und das Kinderhaus in der Lohmühle.

Betrieben wird das BHKW mit Erdgas. Es erzeugt Strom und Wärme gekoppelt, d.h. in einem Prozess. Hierdurch kann das eingesetzte Erdgas sehr viel effizienter genutzt werden, als bei herkömmlichen Anlagen. Die Abwärme wird über Wärmeüberträger in den Heizkreislauf überführt. Somit ist hier ein Nutzungsgrad von bis zu 95 % erreichbar.

Auch dieses Projekt der hocheffizienten Energieversorgung wurde in enger Abstimmung mit der EnergieDienstleistungsGesellschaft Rheinhessen Nahe mbH projektiert und realisiert. Die hiermit einhergehenden Baukosten von 150.000 EUR sind sowohl aus ökologischen als auch aus ökonomischen Aspekte nachhaltig gut angelegt.

Gerade die Kraft-Wärme-Kopplung ist eine wichtige Schlüsseltechnologie, um den fluktuierenden Wind- und Solarstrommengen zu begegnen und somit zur Netzstabilität beizutragen.

Wie bereits bei allen anderen technischen Anlagenkomponenten, wurde auch hier großen Wert auf eine verlässliche und ausgereifte Mess-, Steuer- und Regelungstechnik gelegt. Eine auf unsere Verhältnisse angepasste Fernüberwachungs- und Fernwirktechnik erlaubt es, unter optimalen Bedingungen nur die Energie zu erzeugen, die auch tatsächlich benötigt wird. Die im Netz hiermit einhergehende Verstärkung der Grundlastabdeckung führt – bei einstweilen gleicher Netzauslastung – zu einer Reduzierung der Energieerzeugung in den beiden Ölspitzenlastkesseln.

Über den Zubau weiterer Blockheizkraftwerke wird nachgedacht. Standorte hierfür könnte die Heizzentrale, oder aber auch die Stadthalle Hachenburg sein.

aus der Westerwälder Zeitung vom 31.08.2011:

Winter kann kommen: Heizzentrale gestartet

aus der Westerwälder Zeitung vom 25.08.2011:

Nahwärme als positives Beispiel

aus der Westerwälder Zeitung vom 11.03.2011:

Heizzentrale wächst in die Höhe

aus der Westerwälder Zeitung vom 27.12.2010:

Nahwärmenetz dient dem Klimaschutz

aus de Westerwälder Zeitung vom 22.12.2010:

Heizzentrale nutzt Energie aus hiesigen Wäldern

aus der Westerwälder Zeitung vom 26.08.2010:

Startschuss für den Bau der Heizzentrale

aus der Westerwälder Zeitung vom 25.06.2010:

Werke betreiben nun auch Nahwärmenetz

aus dem Mitteilungsblatt "Inform" vom 28.05.2010:

... bald geht's los

aus der Westerwälder Zeitung vom 02.03.2010:

Nahwärmekraftwerk kommt in Fahrt

aus der Westerwälder Zeitung vom 22.01.2010:

Die Wärme kommt aus dem Wald

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Donnerstag:08.00 – 18.00 Uhr
Freitag:08.00 – 12.00 Uhr


Annahmeschluss jeweils
30 Minuten vor Ende der Öffnungszeit!